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Haben oder Sein?
Was wollen wir eigentlich immer?
Was treibt uns an wenn wir nach dem großen Geld streben?
Warum ist der Mensch von Natur aus mehr auf das Haben als auf das Sein beschränkt?

Jeder kennt es doch, man strebt nach Besitztümern. Wenn man sie hat, dann ist es auch wie Weihnachten, man freut sich kurz drüber, ein kurzes Glücksgefühl, und dann war es das aber auch schon wieder.
Die einen ziehen durch die Läden und kaufen sich Kleider, Schuhe...die anderen kaufen sich Computerteile, Autokrimskrams oder irgendwelche Dinge die als Statussymbol dienen sollen...aber wir wissen insgeheim...das bringt nichts und macht uns nicht glücklicher.

Das Streben danach treibt einen an. Unterbewusst glaubt der Mensch, das große Geld würde ihn glücklich machen, man strebt so sehr danach. Alles dreht sich ums Geld, das steht ausser Frage. Aber deswegen darf es nicht das Ziel sein.
Viele großen, reichen Stars sind nicht umsonst unglücklich und depri. Die haben quasi das erreicht, nach dem wir streben. Und oben angekommen merken sie...das war gar nicht was sie gesucht haben. Sie haben das, was sie ewig wollten, und nun sitzen sie damit rum, und wissen nicht was tun.
Häuser, Boote, Autos und Krimskrams kaufen...aber man selbst bleibt man selbst, und das Haben kann das Sein nicht ersetzen oder verbessern.

Wenn man einen Glücksbalken von -10 bis +10 hat, dann kann der Mangel an Geld uns sehr wohl ins negative ziehen. Der damit verbundene Druck und die Ängste. Und deswegen meint man, wenn man Geld hat, zieht es einen ins positive. Sehr naiv und sicher falsch, was ich immer deutlich merke, wenn ich mal einen Geldsegen erfahre. Also das behaupten nur Menschen, die immer zu wenig Geld hatten.
Wenn man dann genug Geld hat, dann kann es einen maximal auf +-0 heben.
Das Problem ist nur dass die Erwartung an das Geld im positiven liegen, aber da kommt man nicht hin damit, was Depressionen verursacht.

Jeder kennt das doch... man will irgendwas besonders toll haben. Dann kriegt man es womöglich noch...mensch was ist man froh? Und eigentlich merkt man in dem Moment schon, das bringts nicht so.

Oder man hat Geld bekommen, und will es ausgeben, einfach um was Neues zu haben. Für den Moment des Kaufens und Auspackens und so ist das toll. Einen Moment später fragt man sich ob man sich das Geld nicht hätte sparen können. Viele kaufen sich jeden Tag was neues...einfach des Kaufen willens. Ich kenn das ja auch an mir diese Tendenz, und hab dann gekauft und gekauft....man will haben haben haben...aber ich unterdrück sie seit Jahren und kauf mir eigentlich nix überflüssiges mehr.

Da liegt der Punkt, wo Kinder Älteren viel vorraus haben. Sie sitzen da in der Sonne, sind glücklich mit sich selbst in diesem Moment, denken an nichts anderes.
Natürlich können und dürfen wir kein Leben im Jetzt bestreiten, das erlaubt uns die Gesellschaft einfach nicht, wir müssen nach vorne schauen und jetzt etwas tun was sich erst in Zukunft positiv auswirkt. Aber man sollte doch den Weg dahin finden mit sich selbst in jeder Situation froh sein zu können. Im endeffekt ist man nur man selbst in seinem Körper, und alle Dinge haben keinen Einfluss auf einen als Person, sein sie noch so anziehend. Man steht am ende nur alleine mit seinen Gedanken da.

In unserer Welt wo es nur um das Haben geht, geht es sogar so weit, dass für Geld ein Menschenleben geopfert wird. Das Sein wird für das Haben eingetauscht.

Wenn man vom Kaufen wegkommt und zur Karriere hinkommt, ist das tükische, dass der Weg das Spassige ist. Nur ist der Weg die Suche nach dem Topf voll Gold, am Ende des Regenbogens.
Aus Computerspielen wird es jeder kennen. Man baut sein Imperium auf, man kriegt mehr und mehr Geld, kauft dies und jenes, noch mehr Macht und Geld etc etc.
Aber ab genau dem Moment ist es langweilig, und die Motivation ist raus (aus dem Grund macht ein Aufbauspiel GAR keinen Spass wenn man einen Cheat für unendlich Geld benutzt...dann ist nichtmals der Weg spannend). Ist es nur ein Spiel ist es relativ egal... macht man es aber in Echt des Geldes und der Macht willen, dann droht die Depression.

Oder tune ich meinen Computer zu Höchstleistungen, neue Hardware, hochtakten usw, dann steht da am Ende auch nichts. Die meisten Wege sind leider eine Sackgasse.

Ausser man geht den spirituellen Weg...zu dem ich mich aber nicht im Stande sehe. Vielleicht in 30 Jahren.

Mein Gedanke ist nur jener, dass wenn man so etwas angeht, man genau weiß, was am Ende steht, dass man es nicht aus den falschen Gründen tut. Man brauch eine realistische Vorstellung der Bemühungen, dass man nicht entäuscht wird.
Und dass man sich mehr auf sich selber als auf Dinge die man kaufen kann besinnen sollte.

Ich sag mal so... Leute die "Shoppen" als Hobby haben, denen geht es nicht gut.
Entweder macht man es richtig und kümmert sich um das übergreifende Glück, oder man kümmert sich um das Glück des Augenblickes. Und letzteres tun wir alle meistens, was natürlich dumm ist. Aber wenn es bewusst ist, dann kann man viel besser an sich arbeiten und einen besseren Weg für sich finden.
Shoppen ist natürlich ein Beispiel für das Glück des Momentes, wie schon zig mal beschrieben hier (mein Gott, wiederhol ich mich...). Von Sex gar nicht zu sprechen.

Man will einfach immer das, was einem nicht gehört. Nicht wahr?
Ist man in einer glücklischen Beziehung und am Horizont taucht jemand anderes auf der interessant erscheint, dann will man denjenigen doch am liebsten gleich erobern, und für kurze Zeit das tolle Neue genießen, um dann erst zu merken, dass es das nicht wert war. Die gewohnte Person übt einfach nicht den Reiz aus den eine neue Person hat, auch wenn man selbst für sich insgeheim weiß, es ist nicht viel dahinter.
Neue Dinge kaufen kann man ohne alte loszuwerden. Aber die Liebe ist tückischer, weil man einen Menschen wegwirft, der nicht auf einen wartet und nur die wenigsten Nebenpartner dulden.

Ich jedenfalls finde, wenn man die Gedanken so ausspricht oder ausgesprochen liesst, dann wird einem alles viel bewusster, und ich kann so besser für mich darauf eingehen und mich ändern um weniger Dummes zu tun.
Ich schreibe es einfach auf, in der Hoffnung, dass ich anderen damit auch weiterhelfen kann und sie zum Nachdenken anrege.

Schreibt mir ruhig alle eure Kommentare, die würden mich interessieren.

Wir sollten uns mehr über unser Sein als über unser Haben definieren.


Schreibt mir eure Meinung: